Unterschiede zwischen FSME und BORRELIOSE

- eine Begriffserklärung -



FSME:

Unter dem Begriff der FSME versteht man die Früh-Sommer-Meningo- Enzephalitis. Es handelt sich um eine Form der Gehirnentzündung, herrvorgerufen durch Viren. Diese Erkrankung durch Zecken nimmt, so meine Beobachtung und die Rückmeldung vieler Betroffener, deutlich zu. Bei der FSME handelt es sich um die bedeutendste virale Erkrankung in Europa, die von Zecken übertragen wird.

Besonders gefährdete FSME-Gebiete sind Süddeutschland, Schweiz, Österreich, Russland, Finnland, Ungarn, Balkan, Polen.

Da es sich um eine Viruserkrankung handelt, die nicht therapierbar ist, wird eine Impfung in den gefährdeten Gebieten dringend angeraten. Sprechen Sie bezüglich eines Impfschutzes auch mit Ihrem Arzt. Beachten Sie bitte die eingefügten Gebietskarten und die Hinweise der Firma Novartis Vaccines and Diagnostics GmbH & Co. KG (Marburg) zum Impfstoff.

Europa
Zum Vergrößern der Karten bitte die gewünschte Karte anklicken.

Erweiterte FSME-Gebietskarten sind bei der Chiron Vaccines Behring erhältlich. Die FSME-Gebiete breiten sich auch laut Beobachtungen des RKI (Robert- Koch Institut) und weiterer Institutionen aus. Die Erkrankungsfälle nehmen deutlich zu.

Etwa 80-90% der Fälle sind in Baden-Württemberg und in Bayern registriert worden. In Bayern sind bis zu 50 Kreise und in Baden-Württemberg 31 Kreise als Risikogebiete bekannt. Zudem gelten als weitere Risikogebiete Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Das Virus kann sich in der schweren Verlaufsform auf das zentrale Nervensystem ausbreiten. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit, kann zwischen 3 und 28 Tagen liegen. Etwa 1% bis 2% der Kranken können auch versterben. Deutlich gefährlicher sind die östlichen FSME-Erreger. (FSME auch in:Baltische Länder, Russland/ Weißrußland, Polen, Südnorwegen, Südfinnland Schweden, Bornholm, Nord-Japan, diese Angaben sind von Chiron Behring, Vaccines)

In der Schweiz finden sich in folgenden Kantonen FSME-Gebiete: Aargau, Bern, Fribourg,Graubünden, Luzern, Schaffhausen, Solothurn, St.Gallen, Thurgau, Zug, Zürich und auch in Lichtenstein. Bitte informieren Sie sich weiter dazu bei den zuständigen Gesundheitsbehörden der einzelnen Kantone.

Im Zuge der Erweiterung der Europäischen Gemeinschaft muß auch Tchechien, dass inzwischen viel bereist wird, als Hochrisikogebiet genannt werden.

Hochrisikogebiete in Österreich sind: Zwischen Passau und Linz an der Donau entlang, Wien und Gebiete um Wien, St.Pölten, in weiten Teilen des Burgenlandes, Kärnten, Steiermark, Voralberg und Salzburg. Bitte informiren Sie sich auch ständig über neue Gebiete bei den Gesundheitsbehörden.

Dänemark: Einzelfälle wurden hier nur auf der Insel Bornholm gemeldet. In Griechenland gab es bisher keine Erkrankungen, in Italien wurden im Gebiet des Nordens und in Mittelitalien FSME-Fälle gemeldet, aus den übrigen Landesteilen liegen bisher keine weiteren Meldungen vor.

Neben dem Impfstoff "Encepur Erwachsene" steht der Impfstoff "Encepur Kinder" für Kinder ab 1 Jahr zur Verfügung. Auf www.oekotest.de finden Sie Einzelheiten zum FSME-Impfstoff-Test. Die modernen Impfstoffe sind in umfangreichen klinischen Studien erprobt und millionenfach in der Praxis bewährt. Das Paul-Ehrlich-Institut, die Bundesbehörde zur Zulassung von Impfstoffen und Sera, begrüßte ausdrücklich die Verfügbarkeit eines FSME-Kinderimpfstoffes und bezeichnete Encepur Kinder als gut verträglichen Impfstoff. Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission sollten sich Personen, die sich in Endemiegebieten aufhalten und dort Zecken-exponiert sind, gegen FSME impfen lassen. Die Impfung ist eine Kassenleistung. Jede FSME-Grundimmunisierung besteht immer aus drei Impfungen. Ein 2-Dosen-Schnellimpfschma bietet einen Schutz nach zwei Impfungen, der aber nur kurzzeitig ist und unbedingt mit einer dritten Teilimpfung abgeschlossen werden muss. Eine Auffrischung der Impfung ist drei Jahre nach der dritten Teilimpfung notwendig. Nach dem 50. Lebensjahr bei Senioren, die ein nicht mehr so starkes Immunsystem haben, wird deshalb alle drei Jahre geimpft. Weitere Informationen finden Sie unter www.zecken.info.




BORRELIOSE:


© Ernst Fischer
Fotos: von einer Betroffenen aus Berlin, Wanderröte (Erythema migrans), die aber nicht auftreten muss!

© Ernst Fischer
Foto: von einem Betroffenen aus Süddeutschland


Benannt nach dem Arzt Dr. Willy Burgdorfer, lebt in den USA. 1981 Entdeckung des Erregers der Lyme-Krankheit, wie die Borreliose auch noch genannt wird.

1984 Speziesbezeichnung zu seinen Ehren: "Borrelia burgdorferi". Die Borreliose ist eine Multisystemerkrankung, alle Organe des Körpers können befallen sein, im Fachbegriff auch "Lyme disease" genannt. Gelenkerkrankungen liegen in Europa bis zu ca. 50% in den USA etwas höher. Schmerzen treten oft nur kurzzeitig auf, können aber auch zu dauerhaften Schmerzzuständen führen.

ERREGER: Es sind Bakterien, die sogenannten Spirochäten (Schraubenbakterien).

Erstmals ist es Heidelberger Forschern nun gelungen die Borrelien 3-dimensional darzustellen, und darüber neue Erkenntnisse zu gewinnen, wie jetzt in der Ärztezeitung veröffentlicht: http://www.aerztezeitung.de/suchen/default.aspx?query=Borreliose&sid=533018

Diese Spirochäten haben eine korkenzieherähnliche Struktur und zeigen eine starke Ähnlichkeit mit dem Syphilis Erreger. Zecken haben diesen Erregerstamm überwiegend im Darmsack, aber es können auch andere Körperteile einer Zecke damit befallen sein. Entdeckt wurde die Lyme-Borreliose gegen Ende der sechziger Jahre in den USA, in der Stadt "Lyme". Die rheumaähnlichen Beschwerden vieler Kranker in diesem Gebiet konnten eine lange Zeit lang nicht zugeordnet werden. Erst durch die weiteren Forschungen hatte man endlich eine Erklärung für die "diffusen Beschwerden" gefunden. Bekannt waren Rickettsien als Erreger durch Zecken aber schon viele Jahre zuvor. Da die typische Hautrötung, wie auf den vorherigen Bildern zu sehen ist, aber nicht unbedingt nach einem Zeckenbiss auftreten muss, ist bei einem Arztbesuch und vielen schubartig auftertenden Beschwerden, eine Laboruntesuchung auf Borrelien unbedingt anzusprechen.Eine lebenslange Immunität nach einer Infektion besteht nicht. Jeder neue Zeckenstich/Zeckenbiss kann wieder eine Borrelieninfektion auslösen, wenn die Zecke mit dem Borrelioseerreger durchseucht war.


Zeichnung: © Ernst Fischer, April 2002
  Zecke mit gleichbleibender Zugkraft herausziehen und weit vorn anfassen. Drehbewegungen sind nicht sinnvoll.
Sehr geeignet ist die Splitterpinzette und die Zeckenschlinge!


IMPFUNG NICHT MÖGLICH! In Deutschland wird an einem Impfstoff geforscht, insbesondere von einem Team der Uni Freiburg. Dabei setzt man viel Hoffnung auf einen Impfstoff aus genmanipuliertem Material. Ich sehe dieses Vorhaben mit großer Skepsis und habe kaum Hoffnung auf Erfolg. Der bisher in den USA erprobte Impfstoff wurde von der dortigen Gesundheitsbehörde vor kurzer Zeit wieder vom Markt genommen. Grund dafür waren nach Verabreichung des Impfstoffes verstärkte Gelenkbeschwerden und andere Gesundheitsstörungen.

VORKOMMEN DER BORRELIOSE: Überall in Deutschland, Europa und weltweit. Eine Impfung gegen FSME schützt Sie nicht vor der Borreliose!! In Verdacht der Übertragung sind vermutlich auch Mücken, die wissenschaftliche Beweissicherung fehlt bisher! Bisher bekannte Borrelienstämme in Europa tragen die Bezeichnung Borrelia burgdorferi, Borrelia afzelii, Borrelia sensu stricto, Borrelia garinii. Zusätzlich wurde im Jahr 2004 durch die Parasitologen Prof. Franz Matuschka und Dagmar Richter der Borrelienstamm Borrelia spielmani entdeckt. Dieser spezielle Erreger wurde auch schon bei einem Erkrankten im Jahr 2003 in Deutschland nachgewiesen. Als Wirt dient hier der Gartenschläfer.

Blutspender sollten wissen, dass, wenn sie an Borreliose erkrannt sind, den Sachverhalt vor der Blutspende mitteilen müssen. Mir wurde von ärztlicher Seite berichtet, dass der Nachweis der Borrelien 14 Tage nach der Blutspende in den Blutkonserven noch nachgewiesen werden konnte (durch Anzüchtung).

Immer wieder werde ich auch gefragt, ob eine Borreliose in der Schwangerschaft auf das Ungeborene möglich ist. Das muss mit einem "ja" beantwortet werden. Die Zahl der Fälle ist nicht hoch, kommt aber vor. Aus diesem Grund müssen auch Schwangere nach einem Zeckenstich antibiotisch behandelt werden. Sollten Sie davon betroffen sein, sprechen Sie bitte unbedingt mit Ihrem Arzt.

Hat die Zecke Sie gebissen, suchen Sie sofort einen fachkundigen Arzt auf, Antibiotikagabe erforderlich. Eine kreisrunde Rötung, die nicht immer auftreten muss, ist ein sicheres Zeichen für eine Infektion. Es ist sehr wichtig auf die Beschwerden zu achten. Blutuntersuchungen zur Antikörperbestimmung sind erst nach 8 Wochen sinnvoll (das ist die Zeitspanne zur Antikörperbildung, klicken Sie bitte hierzu auch auf "Behandlungshinweise"). Einen dauerhaften Schutz nach einer Infektion gibt es nicht, somit kann jeder neue Zeckenbiss auch wieder zum Ausbruch der Erkrankung führen.

Eine unbehandelte Borreliose mit Organbefall kann zu einer massiven Schädigung des Körpers und letztendlich sogar zum Tode führen. Auch CO-Infektionen wie z. B. Clamydien, Yersinien usw. müssen unbedingt berücksichtigt werden.

Ebenso wie Menschen, können auch Tiere von Zecken befallen werden und an der Borreliose erkranken und, wie Anrufer mir mitgeteilt haben, versterben. Forschungsarbeit hierzu leistet die Tierärztliche Hochschule Hannover, damals Prof. Dr. Liebisch. Auch weitere tierärztliche Institutionen befassen sich mit dieser Thematik.

Achtung Hundebesitzer: Vorsicht beim Kämmen von Hunden, da Zecken auf den Menschen übergehen können!



Über meine Arbeit ist bis jetzt berichtet worden in der Hannoversche Allgemeine Zeitung und angeschlossene Zeitungen sowie Bundesweit in vielen weiteren Tageszeitungen, Radio Bremen Hansawelle und Radio Melodie, Hartmann Bund im Offenen Kanal Hannover, N3 Fernsehen, HH1, NDR1 Radio Niedersachsen, Sat1 Nord, Sat1 Blitz, 3SAT , medizinische Supersite Medport und Neues -die Computershow und in weiteren Medien.




Impressum
www.zeckenbiss-borreliose.de
"Europäische Zeckeninformation"
Ernst Fischer
30173 Hannover
E-Mail: e.o.fischer@t-online.de


Text: Ernst Fischer
Webmaster & Design: Svend Kramer